Freitag, 2. März 2012

Der Tag an dem Obi-Wan Kenobi starb


Ich bin nicht traurig.
Nun, das ist nur teilweise wahr denn ich bin traurig nur nicht so wie ich es erwartet hatte.
Nachdem du fort warst erwartete ichdass ich in ein tiefes Loch fallen würde, ohne Ausgang nur mit Alkohol und Nick Cave als Begleitung.
Ich dachte ich würde sozial vereinsamen, nicht mehr rausgehen, Freunde vernachlässigen. Ich vermutete sogar meinen Job zu verlieren und in psychologische Behandlung zu gehen.
Unsere gemeinsame Wohnung würde zu einer Art Mischung zwischen Höhle und Altar werden in der ich alles aufbewahre, dass an dich erinnert und ich als schlurfender Geist nur angetan mit Boxershorts und T-Shirt der in dem Museum unseres gemeinsamen Lebens ziellos umherstreift.

Aber so ist es nicht.
Ich gehe aus, treffe Freunde vielleicht sogar mehr als zuvor und nur wenn ich mich zu sehr amüsiere erinnern mich ihre pikierten Blicke und das unangenehme Schweigen daran dass man von mir erwartet zu trauern und still mit melancholischen Blick meinen Gedanken nachzuhängen.
Und natürlich bin ich auch traurig, nach so langer Zeit hinterlässt du eine Leere aber diese Leere ist nicht größer als die Leere nach dem Erscheinen des letzten "Herr der Ringe" Films und bei der Nachricht, dass du den Eingriff nicht überlebt hättest habe ich nicht so lange geweint wie ich es nach dem Tod Obi-Wan Kenobis tat.
Und so verbleibe ich in einem Zustand des Versuches einer Selbstreflexion aber ich habe Angst, Angst dass ich mich als riesiges Arschloch herausstelle.
Dann müsste ich bestimmt weinen.